| Kreditklemme: Ja oder nein? - Freitag 13. August 2010 Ein Dauerthema erhitzt die Gemüter: Gibt es die berüchtigte Kreditklemme im Handel oder gibt es sie nicht.? Einfache Antworten auf diese scheinbar leichte Frage, gibt es leider nicht, so Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland. "Wir sind in laufenden Gesprächen mit den Banken. Augenblicklich scheint die Lage stabil zu sein. Zukunftsprognosen - gerade was die weitere Umsatz- und Ertragsentwicklung im Handel anbetrifft, sind augenblicklich aber äußerst schwierig."
Gerade die Vertreter der örtlichen Kreditinstitute betonen immer wieder, dass sich in ihrem Kreditvergabeverhalten nichts geändert habe. Das mag richtig sein, richtig ist aber auch, dass bei unveränderten Vergabekriterien die konjunkturbedingte Schieflage einer Reihe von Firmen zu Finanzierungsproblemen führt. Das die heimischen Kreditinstitute bemüht sind, partnerschaftlich Lösungen zu finden, soll nicht bestritten werden. Dass aber die Kreditvergabekriterien der Banken nicht immer den Besonderheiten des Einzelhandels gerecht werden, darf auch nicht verschwiegen werden.
Die aktuellen von der Bundesbank veröffentlichten Zahlen zur Kreditvergabe 2009 sprechen allerdings eine deutliche Sprache und zeigen, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise nach und nach den Handel erreicht hat. Der bundesweit festgestellte erhebliche Rückgang der Kreditvergabe im vierten Quartal 2009 um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal stimmt bedenklich. Verantwortlich dafür ist vor allem der Einbruch bei den kurzfristigen Krediten um mehr als ein Viertel in diesem Zeitraum.
Unsere Unternehmen sind seit Jahren mit einem schwierigen Finanzierungsumfeld vertraut, meint Schäfer. Es dreht sich zwar im Kern immer um kritische Bonitäten, geringes Eigenkapital und aus Sicht der Banken zu niedrige Sicherheiten. Die gegenwärtige Krise verschiebt die Dimension aber so deutlich, dass auch zahlreiche gut positionierte Händler Gefahr laufen, in den kommenden Monaten im Regen zu stehen. Der intensive Wettbewerb im Handel verpflichtet jedoch gerade in Krisenzeiten zu einer regen Investitionstätigkeit. Neben diesen lang- und mittelfristigen Investments sind vor allem die Kreditlinien wesentliches Moment im Handel, vor allem für den Mittelstand. Hier darf es zu keinen Engpässen kommen, appelliert Schäfer. Wichtig sei es, dass alle Beteiligten in fairem Dialog im Gespräch bleiben.
Zu begrüßen ist die auf dem Kreditgipfel von Vertretern der Wirtschaft und den Banken beschlossene Selbstverpflichtung. „Wir hoffen, dass im Einzelfall die dort von den Banken zugesagten Verhaltensweisen greifen. In schwierigen Zeiten ist partnerschaftliches Verhalten eben besonders gefragt“, so Schäfer. Hoffnung macht auch der Mikrokreditfond Deutschland Der Bundesregierung. Der Fonds sichert mit einem Volumen von 100 Millionen Euro Kredite an Klein- und Kleinstbetriebe bzw. "junge" Unternehmen. Der Mikrokreditfonds sichert Kredite von bis zu 20.000 Euro bei einer Laufzeit von bis zu drei Jahren. Er arbeitet ohne Kredituntergrenze, ohne Sicherheiten, wie sie üblicherweise von Banken verlangt werden und berücksichtigt besonders Unternehmen mit hoher Ausbildungsbereitschaft. |
| Sommerschlussverkauf: 80 % der Händler wollen ihn beibehalten - Montag 9. August 2010 Totgesagte leben länger - dieses Fazit zieht Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Westfalen-Münsterland: "80 % der Einzelhändler, die sich am diesjährigen SSV beteiligt haben, wünschen auch künftig Schlussverkäufe zum Ende der Saison, dies zeigen die Antworten der Einzelhändler der Region auf unsere Blitzumfrage," so Schäfer weiter, " ihre Erwartungen an den SSV sehen immerhin 60 % als erfüllt an. Allerdings sind deutliche Unterschiede in den Sortimenten erkennbar: Was zu Zeiten des gesetzlich geregelten Schlussverkaufs - wie z. B. Textilien - gehandelt werden durfte, verkauft sich auch im "freiwilligen" SSV besser als die Ware, die von den gesetzlichen Schlussverkäufen ausgeschlossen war. Wahrscheinlich verbindet die Kundschaft den Begriff "SSV" ganz vorwiegend mit Textilien."
Rabatte bis zu 80 %, das freundliche Wetter, die wieder anspringende Konjunktur und die bevorstehende Urlaubszeit sorgten wenn nicht für Kaufrausch, dann doch mindestens für Kauflust: Man ging wieder shoppen und sorgte dafür dass der Einzelhandel sich über mit dem Vorjahr vergleichbare Umsätze freuen konnte. "Gerade die Kaufhäuser und großen Modehäuser sehen weiterhin einen Sinn in Saisonräumungsverkäufen" ist sich Schäfer sicher,"die kleineren Betriebe hingegen verkaufen bereits ganz überwiegend Herbstmode." Aber auch sie profitieren von der zusätzlichen Käuferschar im SSV: Die Kundenfrequenz beurteilten lt. Umfrage 70 % der Händler mit "gut" bis "befriedigend".
"Freuen wir uns also schon auf den Winterschlussverkauf 2011, wenn es wieder heißt: Alles muss 'raus!" schmunzelt Thomas Schäfer. |
| Schäfer: „Sommerschlussverkauf lebt weiter“ - Donnerstag 22. Juli 2010 „Das Unwort `Sale` beherrscht seit Wochen das Bild in den Geschäften, weil im Handel offensichtlich jeder der Erste im Reduzierungswettlauf sein will. Macht es dann überhaupt noch Sinn, zum Abschluss einen Sommerschlussverkauf (SSV) durchzuführen?“, fragt Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland.
Fest steht: Am 26. Juli beginnt der freiwillige SSV. Trotz der Preisreduzierungen der vergangenen Wochen ist der SSV eben nach wie vor ein wichtiger Frequenzbringer für den Einzelhandel, so Thomas Schäfer. Ab der kommenden Woche ist deshalb sicher mit weiteren, noch günstigeren und deshalb interessanten „Rotstift-Aktionen“ zu rechnen, die es für die Kunden lohnend machen, mehr als einen Blick auf die Angebote zu riskieren.
Schäfer: “Für die Kunden ist der SSV immer noch ein Signal für das Saisonende und der Startschuss für die Jagd auf Schnäppchen. Nach wie vor beteiligen sich unter der Marke „SSV“ viele Einzelhandelsgeschäfte aller Branchen. Der Sommerschlussverkauf dauert zwei Wochen und endet am 7. August.“
Die heißen Sommertage und in Teilen auch die WM haben bereits in den letzten Wochen die Kassen im Einzelhandel klingeln lassen. Wetterbedingt waren Shorts, leichte Kleider, Hüte und Sommermode, Sandalen, Ventilatoren und Sonnencreme, kalte Getränke und Eis gefragt. Die hochsommerlichen Temperaturen sorgten damit kurz vor dem SSV schon für einen kleinen Umsatzschub.
Die tropische Witterung mit Temperaturen um 35 Grad lähmen allerdings auch die Kunden und damit die Kauflaune. Statt in die Innenstädte zum Einkaufen zu kommen, gehen die Konsumenten dann lieber zum Baden. Dabei ist es dank Klimatechnik in vielen Geschäften angenehm kühl. Insgesamt ist der warme Sommer aber ein Stimmungs-macher und positiv für den Einzelhandel. Der Verband rechnet für die kommenden zwei Wochen mit Impulsen für den Handel vor allem in den Innenstädten.
Über die Höhe der Preisnachlässe wird gerne und oft berichtet: Thomas Schäfer „Von 50 bis 70 Prozent ist die Rede. Preisnachlässe in dieser Größenordnung sind eben Standard! Zum Saisonhöhepunkt können sich die Kunden deshalb über echte Schnäppchen freuen.“ |
| Kauf im Internet - Mehrheit informiert sich vor einem Kauf im Web - - Dienstag 20. Juli 2010 Alle Branchen haben Chancen, über das Internet Umsätze zu generieren. Vor zehn Jahren dachten noch alle Experten, über das Netz ließen sich vor allem klar typisierbare Waren gut verkaufen, etwa Bücher oder CDs. Die Praxis hat uns etwas ganz anderes gelehrt: „Alles kann man über das Internet verkaufen“, so Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland.
„Warum nicht die eigene Zielgruppe auch auf neuen Wegen ansprechen? Im Gegensatz zum stationären Einzelhandel blüht das E-Commerce Geschäft“, äußert sich Schäfer. Für 2010 hat der Handelsverband Deutschland eine Umsatzsteigerung von immerhin 1,8 Milliarden Euro prognostiziert. Seit Jahren wächst der Markt im Internet.
Für den Handel ist es dabei wichtig zu wissen, dass zumindest vor wichtigen Kaufentscheidungen von den Kunden in der Regel das Internet konsultiert wird. Laut vorliegender Untersuchungen informieren sich 55 Prozent der Bundesbürger im Internet zunächst über Preise oder Produkteigenschaften. Eine wichtige Entscheidungshilfe sind dabei die Erfahrungen anderer Kunden, die auf den Webseiten der Händler, in speziellen Foren oder in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden.
Das Wichtigste beim Internet ist deshalb mitzumachen, vielleicht auch zu experimentieren, Erfahrungen zu sammeln, die Augen geöffnet zu halten.
Was sollte der Händler beachten beim Internetauftritt? Kurze Ladezeiten, da die Kunden ungeduldig sind. Die Seiten müssen attraktiv und möglichst interaktiv sein. Ein Internet-Shop ist eben kein Laden, in den automatisch Laufkundschaft kommt. Korrekte und transparente Angaben zur Ware, Bestellung und Lieferung. Denn negative Bewertungen von anderen Kunden wirken sich nachteilig auf das Online-Geschäft aus. Und natürlich müssen die Impressums-, Belehrungs- und sonstigen Auskunftspflichten beachtet werden, da anderenfalls kostenpflichtige Abmahnungen drohen.
Was ist mit den kleinen Unternehmen, gehen die im Internet-Einkaufsboom unter? Ganz und gar nicht, meint Thomas Schäfer. "Die Betriebsgröße spielt beim Internet-Verkauf überhaupt keine Rolle. Man kann ja klein anfangen, aber vor allem sollte man überhaupt anfangen. "
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| Einzelhandel ist Jobmotor in Dortmund - Donnerstag 8. Juli 2010 „Der Dortmunder Einzelhandel ist einer der wesentlichen Jobmotoren einer insgesamt in den Jahren 2008 und 2009 für Dortmund erfreulich positiven Beschäftigungsentwicklung“, so Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland, unter Bezugnahme auf eine jüngst vorgelegte Untersuchung des Regionalverbandes Ruhr in Essen.
An dem Zuwachs von 3.535 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist der Dortmunder Einzelhandel mit einem Plus von 1432 Beschäftigten maßgeblich beteiligt. Insgesamt sind in Dortmund 16.346 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte im Einzelhandel tätig, davon sind über 11.100 Frauen. Der Beschäftigungsanteil des Einzelhandels liegt dabei in Dortmund bei 8,1 %.
„Die nüchternen Zahlen machen deutlich, dass trotz der Wirtschaftskrise der Handel als stabilisierendes Element ein überragende Bedeutung hat“, so Schäfer weiter. Natürlich fragt man sich: Warum und warum gerade in Dortmund?
Thomas Schäfer: „Über die Ursachen kann man nur spekulieren. Eine der Gründe für die Zunahme liegt aber sicher in der in großen Teilen des Handels nach wie vor wenig beliebten weiteren Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten. Die Ausdehnung der Öffnungszeiten insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel macht eben die Einstellung weiterer Mitarbeiter zwingend notwendig. Dass es sich hierbei weit überwiegend um neue sozialversicherungspflichtig beschäftigte Mitarbeiter handelt, ist besonders hervorzuheben und widerspricht dem pauschalen Vorwurf, im Handel würden immer mehr sozialversicherungsfreie Mitarbeiter beschäftigt.“
Die Erkenntnis, dass der Einsatz von qualifiziertem Personal der wichtigste Erfolgsfaktor gerade im mittelständischen Einzelhandel ist, ist sicher auch unabweisbar. Ob allerdings die immer weiter zunehmenden Ansprüche der Kunden an Beratung als Begründung für zusätzliche Beschäftigung dienen kann, darf bezweifelt werden. Die nach wie vor eher verhaltene Umsatzentwicklung und die sehr knappe Ertragslage macht zusätzliche Beschäftigung insbesondere bei Klein- und Mittelbetrieben eher unwahrscheinlich. Im traditionellen Mittelstand ist wohl „nur“ von einer stabilen Beschäftigungslage auszugehen.“
Warum in Dortmund ausgerechnet der Einzelhandel Jobmotor Nr. 1 ist? fragt Thomas Schäfer. „Die verlässlichen Rahmenbedingungen bei Neuansiedlungen dürften nicht ohne Bedeutung sein. Einzelhandelsbetriebe, die nach Dortmund kommen, wissen ganz genau, dass sie sich auf die Regeln des Masterplans Einzelhandel verlassen können. Konkret: Wer sich in der Innenstadt oder den Stadtteilzentren ansiedelt, weiss, dass es keine „Sünden“ auf der grünen Wiese gibt. Der Masterplan Einzelhandel hat seine Bewährungsprobe bestanden.“ |
| Lebensmittel: Nahversorgung gerät in Gefahr - Freitag 2. Juli 2010 „Wenn der nächste Discounter im unmittelbarer Nähe eröffnet, fragt man sich: Wer soll das alles kaufen? Tatsache ist, dass Discounter, kleine und größer Verbrauchermärkte, aber auch Selbstbedienungs-Warenhäuser landauf landab neue Standorte suchen und sich gegenseitig das Leben schwer machen. Andererseits klagen in weniger dicht besiedelten Räumen Anwohner darüber, dass ihr (letzter) kleiner Lebensmittelmarkt schließt. Ein Dilemma, das uns vor dem Hintergrund demographischer Entwicklung große Sorgen bereitet. Schließlich soll gerade für ältere Menschen eine fußläufige Versorgung gewährleistet bleiben. Was ist zu tun?“, fragt Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland.
Die Kommunen in Dortmund, im Kreis Unna und in Hamm versuchen, diese Entwicklung nach den rechtlichen Möglichkeiten zu steuern. Sie weisen allerdings - zu Recht - darauf hin, dass sie sich wettbewerbsneutral verhalten müssen. Sie lassen aber nur Standorte zu, die wohnungsnah gelegen sind oder sich in Ortskernen befinden, sie beschränken die Größe der Verkaufsflächen und schöpfen die planungsrechtlichen Möglichkeiten konsequent aus. All dass sind mögliche Steuerungsinstrumente. Nahversorgungskonzepte sind in diesem Zusammenhang besonders hilfreich.
Als besonderes Problem erweist sich aber, dass alle neuen Anbieter nachdrücklich darauf verweisen, dass sie immer größere Verkaufsflächen benötigen, um Ertrag bringend arbeiten zu können. Andererseits ist klar, dass damit vorhandene, meist versorgungsnah und fußläufig erreichbare kleinere Lebensmittelgeschäfte in erhebliche Schwierigkeiten geraten, wenn sie gegen großflächige Anbieter bestehen wollen. Sie sind dem Marktdruck oft nicht gewachsen.
Eine befriedigende Lösung dieses Dilemmas ist schwierig zu erreichen. So sind die Marktchancen von hoch professionell geführten Tante-Emma Läden der neuen Generation in der Lebensmittelbranche im Kommen. Keine Chance - weil zu teuer und betriebswirtschaftlich nicht zu betreiben, urteilen die einen. Eine äußerst kundenorientierte und trotz hochpreisigen Angebotes vorhandene Marktnische, die von Kunden angenommen wird, meinen die anderen.
Ob letztlich ein Nebeneinander und Miteinander möglich ist, ist nicht eindeutig und allgemein gültig zu beurteilen. Was in der einen Region funktioniert, kann in anderen Versorgungsgebieten scheitern. Die tatsächliche Entwicklung, was die Verteilung der Handelsflächen nach Betriebsformen und Unternehmensgrößen anbetrifft, macht allerdings nachdenklich. Immer geringer wird die Zahl der Klein- und Kleinstbetriebe mit Verkaufsflächen unter 400 qm. Ihr Marktanteil sinkt seit Jahren. Knapp 29.000 Unternehmen dieser Art gibt es bundesweit - noch. Sie erreichen allerdings kaum mehr als 8 % des Gesamtumsatzes im Lebensmitteleinzelhandel. Den größten Teil des Umsatzkuchens teilen sich Discounter, SB- Warenhäuser und größere Verbrauchermärkte. |
| Handel braucht auch Abiturienten - Mittwoch 16. Juni 2010 „Nach wie vor haben wir damit zu kämpfen, dass eine Ausbildung im Handel kein so grosses Ansehen geniesst wie manches andere Berufsbild. Dennoch zählt der Beruf Kaufmann/frau im Einzelhandel und Verkäufer/in zu den Ausbildungsberufen mit großen Chancen“, so Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland. Gerade im Handel ist eine Karriere ohne Studium nicht nur theoretisch möglich, sondern auch praktisch erreichbar. Hierzu benötigt der Handel gut ausgebildete, motivierte und einsatzfreudige junge Leute, die wissen, was sie wollen. Daher bieten sich Abiturienten im Handel ungeahnte Möglichkeiten. Mit der intelligenten Verknüpfung von Ausbildungsberuf und Aufstiegsfortbildung zu integrierten Qualifizierungswegen, die rasch in eine Führungsposition im Handel führen, bietet der Handel sehr attraktive Alternativen zum Hochschulstudium. „Die duale Ausbildung muss deshalb auch für leistungsstarke Abiturienten attraktiv bleiben. Wir wenden uns deshalb gegen eine bildungspolitische Strategie, die darauf hinausläuft, möglichst alle Abiturienten durch die Hochschulen zu bringen, nur um im internationalen Vergleich bei den Akademikerquoten besser dastehen zu können. Dies ginge zu Lasten von Handel und Wirtschaft,“ so Thomas Schäfer. Oft bestehen bei den Jugendlichen – schulformübergreifend - völlig falsche Vorstellungen über die Anforderungen, die in der Ausbildung gestellt werden. Wer glaubt, die drei Jahre Ausbildung mit der linken Hand absolvieren zu können, wird schnell eines Besseren belehrt. Eine Ausbildung im dualen System erfordert eine gute Vorbildung, sie ist anspruchsvoll und vielfältig. Hinzu kommen die Öffnungszeiten im Einzelhandel und die Tatsache, dass der Samstag für den Handel ein normaler Arbeitstag ist. Leider zeigt die Praxis, dass viele Jugendliche eine Ausbildung im Handel anstreben, aber nicht die entsprechende Qualifikation mitbringen. Daher macht es aus Sicht des Handels keinen Sinn, Jugendlichen einen Ausbildungsplatz anzubieten, bei denen man von vornherein weiß, dass sie den Abschluss nicht schaffen werden. Der Handel plädiert nachdrücklich für eine bessere Verknüpfung von Schule und Beruf. „Wir erkennen ausdrücklich an, dass die Bemühungen von Schulen aller Schulformen im Rahmen einer qualifizierten Berufswahlvorbereitungen die Chancen von Jugendlichen zu verbessern, deutlich zu spüren sind“, so Eksen. Vertreter des Handels gehen auch gerne in die Schulen, um Jugendliche über die Vielfalt des Handels und die Chancen einer Ausbildung und Berufsausübung aufzuklären. „Allerdings sehen wir auch die Eltern in der Pflicht, frühzeitig gewisse Grundwerte zu vermitteln und vorzuleben und insoweit auch die Schulen zu unterstützen.“ |
| Was bringt die WM dem Handel? - Mittwoch 9. Juni 2010 „In den nächsten Tagen wird das WM-Fieber ausbrechen - nicht nur in den Medien“, ist sich Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland sicher.
„Die Deutschlandfahnen an den PKWs machen deutlich, dass eine „neue Jahreszeit“ anbricht - natürlich nur, wenn die deutsche Mannschaft auch erfolgreich spielt. Der Handel hat sich darauf eingestellt. Fanartikel, Wimpel, Trikots, Schaufensterdekoration, Aktionen in Verbindung mit der WM versprechen auch im Jahr 2010 zusätzliche Umsätze - Die WM 2006 lässt grüßen“
Thomas Schäfer warnt allerdings vor zu großer Euphorie: „Vieles ist in diesem Jahr unkalkulierbar. Dass die neue Generation von Fernsehgeräten mit verbesserter Bildqualität zu Zusatzumsätzen bei den Unternehmen der Unterhaltungselektronik führt, scheint schon jetzt sicher, inwieweit die hoffentlich gute Stimmung beim Handel insgesamt ankommt, ist vor dem Hintergrund der augenblicklichen Spardiskussion allerdings mehr als unsicher.“
Das beherrschende Thema der nächsten Wochen wird dennoch die WM sein, daran führt kein Weg vorbei. Die Fans warten sehnsüchtig auf den Anpfiff zu dem für sie größten Ereignis dieses Jahres. Wir hoffen, dass der Funke bei Siegen unserer Nationalmannschaft auch auf den Handel überspringt. Einkaufen hat auch etwas mit guter Laune zu tun hat. Und wenn dann noch Sonne und warme Temperaturen das Konsumklima zusätzlich beleben, dann kann auch der Handel von der Fußball-WM profitieren.
„Wir wünschen unserer Nationalmannschaft jedenfalls ganz viel Erfolg und das Quäntchen Glück, dass im Fußball oft eine entscheidende Rolle spielt,“ so Thomas Schäfer. |
| Jahrespressekonferenz 2010 - Montag 26. April 2010 Wirtschaftliche Lage im Jahr 2009
Der Einzelhandel hat dafür gesorgt, dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2009 nicht so dramatisch negativ verlief wie manche befürchtet oder auch erwartet hatten. Das bislang nicht bekannte Phänomen einer gespalteten Konjunktur hat dem Einzelhandel im Jahr 2009 genützt. Die Binnenkonjunktur hat sich als stabilisierendes Element bei einer dramatisch einbrechenden Konjunktur der exportabhängigen Branchen erwiesen.
Hinzu kam, dass das Instrument der Kurzarbeit dafür Sorge getragen hat, dass die Einbrüche auf dem Arbeitsmarkt, auf die der Einzelhandel sensibel reagiert, sich in Grenzen hielten.
So konnte der Handelsverband Deutschland zu Beginn des Jahres 2010 vermelden: "Anders als viele Branchen ist der Einzelhandel noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen.
Nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes hat der klassische Einzelhandel, also ohne Kfz-Handel, Brennstoffe und Apotheken, bundesweit 2009 nominal 1,6 Prozent weniger umgesetzt als noch im Vorjahr. Preisbereinigt betrug der Rückgang 1,9 Prozent.
Damit lag der Umsatz bei 392,1 Milliarden Euro. Das waren 6,5 Milliarden Euro weniger als 2008. Wir lagen damit erfreulicherweise ein kleines Stück besser, als wir angesichts der Krise erwarten konnten."
Das gefühlt ganz ordentliche Weihnachtsgeschäft konnte in NRW das Jahresergebnis nicht mehr retten. Der nordrhein-westfälische Einzelhandel setzte im Dezember 2009 nach ersten vorläufigen Ergebnissen nominal 1,7 Prozent weniger um als im Dezember 2008. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, lagen die Umsätze real, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, um 2,5 Prozent unter dem Ergebnis des entsprechenden Vorjahresmonats.
Für das Jahr 2009 insgesamt ermittelten die Statistiker einen nominalen Umsatzrückgang um 3,2 Prozent; real lagen die Umsätze um 2,5 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresergebnis. Damit liegt NRW - wie seit einer Reihe von Jahren - in der Umsatzentwicklung unter dem Bundes-durchschnitt. Die Beschäftigtenzahl im Einzelhandel ging um 1,8 Prozent zurück.
Der Einzelhandel bewies auch im schwierigen, von Umsatzrückgängen gekennzeichneten Jahr 2009 seine gesellschaftliche Verantwortung und ist sich des drohenden Fachkräftemangels bewusst: Er schloss im IHK-Bezirk Dortmund 1.019 neue Ausbildungsverträge in den Ausbildungsgängen Verkäufer/in und Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel ab. Damit übertraf er die Zahl aus 2008 um mehr als 6 %. Die Zahl der bestehenden Verträge blieb mit 1.996 gegenüber 2.015 in 2008 nahezu konstant.
Erwartungen des Handels im Jahr 2010
Der Handelsverband Deutschland hält es für wahrscheinlich, dass der Einzelhandel 2010 keinen weiteren Rückschlag erleben wird. Er wird seinen Vorjahresumsatz voraussichtlich halten können. Preisbereinigt würde dies einer Entwicklung von minus 0,5 Prozent entsprechen. Wir werden in diesem Jahr nicht abstürzen. Aber ein Ergebnis auf dem schwachen Vorjahresniveau ist kein Grund zum Jubeln. Die Lage bleibt angespannt.
Diese Beurteilung stützt sich auch auf die Analyse der GfK: Zu Beginn des Jahres 2010 gehen die Verbraucher in Deutschland davon aus, dass sich der Erholungsprozess der Wirtschaft weiter fortsetzt, allerdings mit abgeschwächter Dynamik. Staatliche Konjunkturpakete wie die Erhöhung des Kindergelds beziehungsweise des Kinderfreibetrags sowie die verbesserte Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen werden den Verbrauchern im Jahr 2010 Entlastungen bringen. Gleichzeitig drohen aber eine etwas höhere Inflation und diverse Mehrbelastungen durch Krankenkassenzusatzbeiträge und steigende kommunale Gebühren. "Die GfK erwartet im Jahr 2010 eine Stagnation beim Konsum der Privathaushalte, aber keinen Rückgang", so das Fazit der GfK Gruppe. Die Einschränkungen beim Konsum werden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte zum Tragen kommen.
Der Einzelhandel bewies auch im schwierigen, von Umsatzrückgängen gekennzeichneten Jahr 2009 seine gesellschaftliche Verantwortung und ist sich des drohenden Fachkräftemangels bewusst: Er schloss im IHK-Bezirk Dortmund 1.019 neue Ausbildungsverträge in den Ausbildungsgängen Verkäufer/in und Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel ab. Damit übertraf er die Zahl aus 2008 um mehr als 6 %. Die Zahl der bestehenden Verträge blieb mit 1.996 gegenüber 2.015 in 2008 nahezu konstant.
Der Handelsverband Deutschland hält es für wahrscheinlich, dass der Einzelhandel 2010 keinen weiteren Rückschlag erleben wird. Er wird seinen Vorjahresumsatz voraussichtlich halten können. Preisbereinigt würde dies einer Entwicklung von minus 0,5 Prozent entsprechen. Wir werden in diesem Jahr nicht abstürzen. Aber ein Ergebnis auf dem schwachen Vorjahresniveau ist kein Grund zum Jubeln. Die Lage bleibt angespannt.
Diese Beurteilung stützt sich auch auf die Analyse der GfK: Zu Beginn des Jahres 2010 gehen die Verbraucher in Deutschland davon aus, dass sich der Erholungsprozess der Wirtschaft weiter fortsetzt, allerdings mit abgeschwächter Dynamik. Staatliche Konjunkturpakete wie die Erhöhung des Kindergelds beziehungsweise des Kinderfreibetrags sowie die verbesserte Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen werden den Verbrauchern im Jahr 2010 Entlastungen bringen. Gleichzeitig drohen aber eine etwas höhere Inflation und diverse Mehrbelastungen durch Krankenkassenzusatzbeiträge und steigende kommunale Gebühren. "Die GfK erwartet im Jahr 2010 eine Stagnation beim Konsum der Privathaushalte, aber keinen Rückgang", so das Fazit der GfK Gruppe. Die Einschränkungen beim Konsum werden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte zum Tragen kommen.
Neues aus der Verbandsarbeit
- Der HDE wurde vom "Hauptverband des deutschen Einzelhandels" zum „Handelsverband Deutschland - Der Einzelhandel“. Die Delegiertenversammlung hat ferner die Einführung eines neuen Logos beschlossen. Der „neue“ HDE bietet allen Einzelhandelsunternehmen eine Heimat, auch den bisherigen Mitgliedsunternehmen der Bundesarbeitsge-meinschaft der Mittel- und Großbetriebe (BAG), die zum Jahresende ihre Tätigkeit eingestellt hat. Damit ist der HDE der einzige Spitzenverband des Einzelhandels, d. h. der Handel wird damit zukünftig mit einer Stimme sprechen. In NRW ist dies mit der letztjährigen Verschmelzung von EHV NRW und LAG NRW bereits umgesetzt worden.
- Die Auseinandersetzung um die Einführung von Mindestlöhnen in weiteren Branchen hält an. Unsere klare Position: Wir brauchen keine staatlichen Mindestlohn-regelungen für den Einzelhandel. Für weitaus mehr als zwei Drittel der beschäftigten Voll- und Teilzeitarbeitnehmer ist bereits jetzt der Tarifvertrag des Einzelhandels verbindliche Grundlage der Bezahlung. Das bestätigen auch die Zahlen des Institutes für Arbeit und Berufsbildung. Und nach der schon jetzt geltenden Rechtslage und Rechtsprechung ist ein Abweichen davon nach unten nur in einem bestimmten Rahmen möglich. Der Gesetzgeber sollte sich aus der Lohnfindung heraushalten. Das ist allein Aufgabe der Tarif-vertragsparteien.
Die jetzt in der Öffentlichkeit diskutierten Entlohnungspraktiken eines Unternehmens sind Einzelfälle. Sie entsprechen nicht der üblichen Praxis im Einzelhandel. Weitere gesetzliche Regelungen sind unnötig. Der Gesetzgeber ist gut beraten, nicht in blinden Aktionismus auszubrechen. Auf lange Sicht sind nur solche Unternehmen im Einzelhandel erfolgreich, die gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter dauerhaft an sich binden können und dadurch den Kunden einen guten Service bieten. Dort, wo die Verbraucher sich schlecht beraten fühlen, werden sie nicht einkaufen.
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu den Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen wird in NRW nur geringe Auswirkung haben.
- Und dann gibt es noch das unselige Thema „flashmob“, also das planmäßige Verwüsten von Ladengeschäften und die Belästigung von Kunden und Mitarbeitern durch Gewerkschafter und zur Unterstützung herbeigerufener, handelsfremder Aktivisten. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Form der Arbeitskampfmaßnahme ausdrücklich akzeptiert und erklärt, dass die Gewerkschaft ihr Arbeitskampfmittel im Rahmen der Verhältnismäßigkeit frei auswählen könne. Zudem habe der Einzelhandel die Möglichkeit, sich gegen flashmob-Aktionen durch eine vorübergehende Schließung des Betriebes oder die Ausübung des Hausrechts zu wehren. Die Praxis zeigt jedoch, dass ersteres auf eine „Kapitulation“ hinausläuft und letzteres nicht durchsetzbar ist, es sei denn, man nimmt dabei auch die rechtliche zulässige Ausübung von körperlicher Gewalt in Kauf. Wir sind daher der Auffassung, dass Flashmobs keinesfalls zulässige Instrumente von Tarifstreitigkeiten und gerade nicht durch die grundgesetzlich geschützte Tarifautonomie gedeckt sind. Deshalb sieht der Einzelhandel in der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts einen Verstoß gegen Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes. Gegen das BAG-Urteil ist folgerichtig auch Verfassungs-beschwerde eingelegt worden, die – wie man hört - zur Verhandlung und Entscheidung angenommen worden ist; eine Entscheidung wird aber noch einige Zeit auf sich warten lassen.
Lokales
- Zum wiederholten Mal fand der Wettbewerb "Qualitätssiegel Schule und Beruf" in der Region statt. 2009 haben sich 37 Schulen aller Schulformen für das Siegel beworben. 8 Schulen bewarben sich zum ersten und 14 zum wiederholten Mal. Hinzukamen 15 Schulen, die zur Rezertifizierung anstehen. Der Wettbewerb hat erhebliche Bewegung in die Schulen gebracht. Die Jury, in der wir auch mitwirken, konnte sich von den vielfältigen Anstrengungen überzeugen, die Lehrer und Eltern meist gemeinsam unternehmen, um die Schüler umfassend auf die Berufswahl vorzubereiten.
- Ende Juni war es im Hof der Geschäftsstelle in Dortmund wieder soweit: Das Sommerfest des Verbandes, das traditionell am letzten Freitag vor den Sommerferien stattfindet, bot erneut gute Unterhaltung, reichlich Essen und Trinken, ein gezapftes Bier oder auch alkoholfreie Getränke und viele interessante Gesprächspartner. Gut 300 Gäste - eine Zahl, die für sich spricht.
- Die von uns gestartete Umfrage zu Fragen der Kreditvergabe zeigte, dass in den meisten Fällen die jeweiligen Hausbanken ihr Kreditvergabe-Verhalten nicht geändert haben. Nur in wenigen Ausnahmefällen wird von Finanzierungsschwierigkeiten berichtet. Auch die Zins-konditionen haben sich kaum verändert. Von einer Kreditklemme kann in unserem Verbandsbereich jedenfalls nicht gesprochen werden. Die Kreditgeber waren meist die dem Handel besonders verbundenen Sparkassen und Volksbanken.
- Das Thema Kurzarbeit als Instrument zur Bewältigung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise ist augenblicklich in aller Munde. Auch im Einzelhandel gab es erste Anzeichen für wirtschaftliche Schieflagen und damit einhergehende Beschäftigungsrisiken. Um die Unternehmen rechtzeitig und umfassend über mögliche Hilfen zu informieren, luden Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland und Agentur für Arbeit Dortmund zu einer gemeinsamen Informations-veranstaltung zum Thema Kurzarbeit ein. Mitarbeiter der Agentur für Arbeit Dortmund und des Einzelhandelsverbandes standen dabei Rede und Antwort.
- Auch in diesem Jahr waren wir auf der weltgrößten Messe im Tabakwarenbereich, der Inter-tabac in Dortmund, mit einem eigenen Stand vertreten. Der Besuch dieser Messe ist zwischenzeitlich ein Muss für alle, die in der Branche Tabakwaren unterwegs sind. Deutliche Zuwächse im Bereich der Internationalität auf Aussteller- wie auf Besucherseite, ein gesteigertes Ordervolumen und zufriedene Aussteller, so die Bilanz der Inter-tabac, die am 18. - 20.09.2009 in der Messe Westfalenhallen Dortmund stattfand. „Mit diesem Ergebnis hat die Inter-tabac ihre Position als weltgrößte Fachmesse für Tabakwaren und Raucherbedarf weiter gefestigt. 256 Unternehmen (2008: 254) aus 29 Ländern, davon über 40 Prozent aus dem Ausland, zeigten auf über 9.540 vermieteten Quadratmetern (2008: 9.450) Neuheiten und Produkte aus den Bereichen Tabakwaren, Raucherbedarfsartikel, Ladeneinrich-tungen, Spirituosen, Weine, Organisationshilfen, Fachliteratur, Papierwaren, Zeitschriften. Insgesamt 6.636 Besucher und damit ein Plus von 6,2 Prozent kamen zur Inter-tabac 2009 nach Dortmund.
-"The winner is Heinz-Herbert Dustmann", lautete die Schlagzeile: Den Westfälischen Handelspreis 2009 erhielt Heinz-Herbert Dustmann, der in einem Dortmunder Vorort ein Kaufhaus mit Spezialisierung auf Textilien betreibt und mit seinem nach Feng-Shui-Grundregeln gestalteten Haus nicht nur einen großen Anteil an der örtlichen Nahversorgung hat, sondern auch weit über die örtlichen Grenzen einen guten Namen hat.
Zu den weiteren Nominierten, die bei der Preisverleihung in Wort und Bild ausführlich vorgestellt wurden, zählten in diesem Jahr: Klaus Emmerich, Sanitätshaus Emmerich, Dortmund, Britta Feiler, Parfümerie Feiler, Hamm, Karsten und Marcus Nüsken, REWE, Kamen und Friso Siliakus, Das Blumenhaus, Dortmund.
In seiner Laudatio hob Michael Radau, Vorsitzender des gemeinsam mit der National-Bank auslobenden Einzel-handelsverbands Westfalen-Münsterland, die besondere Qualitäts- und Serviceorientierung der Finalisten hervor. Sich als inhabergeführter Betrieb im Jahr 2009 auch durch ein exquisites Sortiment abzuheben und neben häufig filialisierten Unternehmen zu bestehen, zeuge von den besonderen Fähigkeiten. So zeige bereits die Nominierung der Kandidaten für die angesehene Auszeichnung die hohe Wertschätzung, die diese Unternehmen genießen.
Den mit 1.000 € dotierten Sonderpreis zum Westfälischen Handelspreis erhielt der Dortmunder Unternehmer Hasan Caglikalp; der blinde Händler baut elektronische Geräte für den sehbehinderten Nutzer um, so dass z. B. über eine spezielle Tastatur Brailleschrift in "normale" Schrift umgewandelt wird und umgekehrt. Weiterhin engagiert er sich für den Fußballsport sehbehinderter Mitbürger und plant zur Zeit die Errichtung des bundesweit ersten Fußballplatzes für Blinde.
Ansiedlungsfragen
- In einem Shopping-Center-Markt, der im Jahr 2009 von unübersehbaren Rückgängen geprägt war, blieb es bei der Realisierung des Thier-Projektes in Dortmund. Bei Projekten dieser Art engagieren sich laut ECE-Chef Otto die Sparkassen wieder stärker, nachdem viele Ausländer das Feld geräumt haben.
So konnten für das Thier-Projekt in Dortmund die Sparkassen Bochum und Dortmund sowie die DG Hyp/Dortmunder Volksbank als Konsortialführer gewonnen werden. Als Eigenkapitalgeber - 40% der Summe - fanden sich die Hamburg Trust, die ECE/Otto-Gruppe und verschiedene Privatinvestoren. Mit einem Investitionsvolumen von 300 Mio. Euro ist das Thier Areal aktuell eines der größten Projekte in Europa.
- Hertie in Aplerbeck wird Kaufland. 12 Millionen Euro nimmt das Unternehmen für die Übernahme und den Umbau des Gebäudes in die Hand. Die Eröffnung ist im Herbst 2010 geplant. Doch Hertie schloss seine Ladentüren an der Köln-Berliner-Straße schon zum 31. Juli 2009. Die rund 40 Ange-stellten im Hause werden daher erst einmal über ein Jahr lang arbeitslos sein. Kaufland plant jedoch, zahlreiche Hertie-Beschäftigte weiter zu beschäftigen.
- Bei allen Ansiedlungsfällen in der Region Dortmund, Kreis Unna und Hamm ist der Verband durch sein Mitwirken in den örtlichen Konsultationskreisen eingebunden. Zudem wirkt er mit bei den regelmäßig stattfindenden Arbeitskreis-Sitzungen des regionalen Einzelhandelskonzeptes für das östliche Ruhrgebiet REHK.
Projekte unter Beteiligung des Verbandes
- Mit dem Projekt „Koala" unterstützt und wirkt der Verband in Kooperation mit dem Verein für Körper- und Mehrfach-behinderte e.V. Hamm bei einem ehrgeiziges Ziel mit: „Gemeinsam mit qualifizierten Partnern Menschen mit Behinderungen einen besseren Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen.
Das neue Projekt schließt nahtlos an, an das gemeinsam mit der Projektagentur IMPULSE GmbH, Dortmund, abgeschlossene Projekt Pebu, das aus Landesmitteln und EU-Mitteln gefördert und durch die Wirtschaft vom Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland unterstützt und begleitet wurde. Eine Gruppe aus zwölf Männern und drei Frauen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen, einer Altersspanne von 21 - 46 Jahren und unterschiedlichem Schul- und Bildungsniveau zu fordern und zu fördern, war dabei eine echte Herausforderung für die Projektbeteiligten. Dass es gelungen ist, 7 von am Ende 14 Teilnehmern in Arbeit zu vermitteln, ist ein „Traumergebnis“! Darin sind sich alle Beteiligten einig.
- Nach ihrem erfolgreichen Start im Jahr 2008 wird die FA!R, Messe und Fachtagung zum Fairen Handel, vom 23. bis 25. September 2010 erneut in Dortmund ihre Pforten öffnen, diesmal in der Messe Westfalenhallen Dortmund. Ziel ist es, die FA!R nach dem Umzug auf das Messegelände gemeinsam mit dem Träger und den Projektpartnern sukzessive zur bundesweit führenden Messe in diesem Bereich auszubauen. Kompetent unterstützt wird die FA!R2010 von ihrem institutionellen Träger, dem Eine-Welt-Netz NRW e. V., dem Land NRW, der Stadt Dortmund, dem Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland sowie weiteren Partnern und Förderern. Ziel der Messe ist es, Produkte aus Fairem Handel noch stärker im Markt zu verankern. Weitere Informationen zur FA!R findet man unter http://www.westfalenhallen.de/messen/fair/913.php
Personalia
- Die Wahlen zur Vollversammlung der IHK zu Dortmund ergaben für den Einzelhandel folgendes Ergebnis: Gewählt wurden für den Bezirk der Stadt Dortmund – Heinz-Herbert Dustmann, Bernd Düvel, Wim Gelhard, Gerhard Rüschenbeck, Axel Schroeder, Wolfgang Thönes, Axel Vosschulte. Im Bezirk Hamm wurden Frau Britta Feiler und Frau Luise Harms gewählt. Im Bezirk Unna heißen die Gewählten Carsten Brauch, Markus Gröblinghoff, Wolfgang Leiendecker, Michael Reinold. Mit diesem Wahlergebnis ist der Verband bestens vertreten. Nicht wieder gewählt wurden für Dortmund Hans-Jürgen Klems, Wilhelm Mohrenstecher, Reinhold Semer, für Hamm Gudrun Guder und für Unna Karl-Heinz Hemminghaus und Michael Reuper.
- Zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Bürgschaftsbank NRW wurde der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland, Dr. Wilm Schulte gewählt. Die Wahl zum Stellvertreter des Vorsitzenden, Klaus Yongden Tllmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dortmund, erfolgte einstimmig.
- Thomas Schäfer, Geschäftsführer im Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland, wird im Frühjahr 2011 die Nachfolge des augenblicklichen Hauptgeschäftsführers des Einzel-handelsverbandes Westfalen-Münsterland, Dr. Wilm Schulte, antreten. Diese Entscheidung traf der Vorstand des Verbandes einstimmig. Herr RA Schäfer bringt nach Auffassung des Vorstandes alle Voraussetzungen mit, um den Verband in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Michael Radau, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland: „Wir sind sehr froh über die Zusage von Thomas Schäfer, der sich der Unterstützung von Vorstand, Mitarbeitern und Mitgliedern sicher sein darf. Wir haben mit Absicht die Entscheidung frühzeitig gefällt, um genügend Zeit zu haben, den Übergang im Sinne der Mitglieder optimal zu gestalten.“
Kommunalpolitik
- Der Innenstadthandel in Dortmund leidet immer wieder unter Demonstrationen, die (zu) häufig zu Sperrungen im Innenstadtbereich führen. Offensichtlich haben die Extremisten von links und rechts die Dortmunder Innenstadt als Hauptschauplatz für ihre Auseinandersetzungen ausgewählt. So berichtet jedenfalls der Präsident des Verfassungsschutzes, Hartwig Möller, bei der Vorstellung des Verfassungs-schutzberichtes 2008. Zugleich hat auch die Zahl der damit in Zusammenhang stehenden Straftaten deutlich zugenommen. Ein Ärgernis der besonderen Art!
Am ersten Septembersamstag legte die rechte Szene Dortmund erneut lahm. Zwar hatte der Polizeipräsident die Demonstration nach den Erfahrungen am 1. Mai mit Verweis auf drohende gewalttäige Auseinandersetzungen verboten, die Gerichte haben in letzter Instanz dieses Verbot allerdings erneut nicht mitgetragen.
Anlässlich der Neonazi-Demonstration haben sich die Wirtschaftsverbände und die tragenden Organisation des Handels dazu entschlossen, ein Zeichen zu setzen. Mit einer gemeinsamen Anzeige in den Ruhr Nachrichten haben sie unmissverständlich deutlich gemacht, dass die rechte Szene in Dortmund unerwünscht ist.
- Ein unsäglicher Vorschlag, kontraproduktiv, mittel-standsfeindlich und Arbeitsplatz gefährdend, so reagierte der Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland auf den Vorschlag, die Gewerbesteuer anzuheben. „Diese unsägliche Diskussion muss sofort beendet werden“, forderte der Verband.
Alle Experten sind sich einig, dass es in schwierigen Zeiten darum gehen muss, Unternehmen von Kosten zu entlasten. Was jetzt in Dortmund und auch in Hamm passieren soll, ist der untaugliche Versuch, Finanzierungslücken zu Lasten Dritter zu stopfen.
Zwar muss man Verständnis dafür haben, dass sich Kommunen dagegen zu Wehr setzen, durch von ihnen nicht zu beeinflussende Gesetzesvorlagen von Bund und Land finanziell zusätzlich belastet zu werden. Überhaupt kein Verständnis kann man aber dafür haben, dass man Versäumnisse der Vergangenheit auf dem Rücken vermeintlich finanzkräftiger Unternehmen und Unternehmer austragen will.
Der Handel wäre im Übrigen doppelt gebeutelt: Seit 2008 wird der Handel nämlich erheblich durch die Hinzurechnung wesentlicher Kosten bei der Gewerbesteuer belastet. Vor allem die Hinzurechnung fast eines Fünftels der Mieten und Pachten für Ladenlokale trifft schon jetzt viele Unternehmen im Handel ins Mark. Immer wieder haben wir deshalb angemahnt, die finanziell schon jetzt zusätzlich belastende Regelung rückgängig zu machen. Jetzt setzt die Stadt Dortmund noch einen drauf!
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| Einzelhandelsverband: "Freude und Schrecken aus der Kriminalstatistik 2009" - Samstag 13. März 2010 Ein lachendes und ein weinendes Auge verursache die gerade veröffentlichte polizeiliche Kriminalstatistik, erklärt Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Westfalen-Münsterland:
"Äußerst erfreulich ist der Rückgang der Betrügereien mit gestohlenen Debit (EC)-Karten, er beträgt 2009 gegenüber dem Vorjahr 25,1 %, gegenüber dem Jahr 2004 sogar fast 84 %. Hier zeigt sich die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Polizei im sog. KUNO-Verfahren, in dem alle abhanden gekommenen Karten in einer bundesweiten Datei erfasst werden. Es ist festzustellen, dass die Bezahlung im Elektronischen Lastschriftverfahren (ELV) mit Karte und Unterschrift nicht nur bequem, sondern inzwischen auch sehr sicher geworden ist. Gerade die jüngsten technischen Probleme mit Chips auf Debitkarten haben die Zuverlässigkeit des ELV unter Beweis gestellt, auch die Kreditwirtschaft sollte sich daher für die Erhaltung des ELV einsetzen."
Erschreckend hingegen sei die Zunahme der Ladendiebstähle auf landesweit fast 95.000 Fälle; Thomas Schäfer rechnet mit einer Dunkelziffer in etwa derselben Höhe: "Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch diese vermeintliche "Kleinkriminalität" verursacht wird, ist immens, Waren im Wert von etwa 3 Milliarden EURO werden jährlich bundesweit an der Kasse vorbeigeschoben, hinzu kommt der Aufwand für Sicherungsmaßnahmen und Überwachung, die einen weiteren dreistelligen Millionenbetrag zu Lasten des Einzelhandels bedeuten.
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